Stadtbahn

Im Jahr 2018 fasste der Stadtrat Regensburg den Grundsatzbeschluss, die Planungen für eine neue Stadtbahn aufzunehmen.
Die Stadtbahn sollte ein modernes, schienengebundenes Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs werden – zwei Linien, rund 17 Kilometer Strecke, über 30 Haltestellen und eine Taktung, die Bus- und Individualverkehr spürbar entlastet. Das Ziel war ein wesentlicher Schritt hin zur Mobilitätswende in Regensburg. Doch mit zunehmender Projektgröße wuchsen auch die Fragen in der Öffentlichkeit: zu den Kosten, zur konkreten Trassenführung, zu den Auswirkungen auf den Stadtverkehr und das historische Stadtbild. Viele dieser Themen waren komplex – technisch richtig kommuniziert, aber nicht immer verständlich vermittelt.

Acht Monate vor dem Bürgerentscheid wurde das Labor der kreativen Köpfe beauftragt, gemeinsam mit dem Amt für Stadtbahnneubau, weiteren Fachämtern der Stadtverwaltung und der das Stadtwerk.Regensburg einen neuen Blick auf die Kommunikation in die Bürgerschaft zu werfen. Es ging nicht darum, eine neue Strategie zu schreiben, sondern Impulse zu geben – Perspektiven zu öffnen, Denkweisen zu hinterfragen und Kommunikationsstrukturen aufzubrechen. In einem intensiven Workshop rund sechs Monate vor dem Entscheid wurden Kommunikationswege, Zielgruppenverständnis und interne Abläufe gemeinsam reflektiert. Ziel war es, Wege zu finden, wie sich das Projekt Stadtbahn klarer, näher und verbindender erzählen lässt.

Die Herausforderung

Die Stadtbahn war eines der größten Infrastrukturprojekte in der jüngeren Geschichte Regensburgs – mit Potenzial, die Mobilität in der Stadt grundlegend zu verändern. Zugleich war sie ein Projekt mit vielen Dimensionen: städtebaulich, finanziell, technisch und emotional. In der öffentlichen Diskussion standen vor allem die Kosten von rund 1,2 Milliarden Euro, die Frage der Finanzierbarkeit des städtischen Anteils, die Trassenführung durch bestehende Straßenräume und die Eingriffe ins historische Stadtbild im Fokus.

Für die Verwaltung bedeutete das eine doppelte Herausforderung: einerseits den komplexen Planungsprozess transparent und fachlich korrekt darzustellen, andererseits die Inhalte so zu übersetzen, dass die Bürgerschaft sich abgeholt und verstanden fühlt. Es wurde deutlich, dass reine Informationsvermittlung nicht ausreicht – es braucht Dialog, Emotion und Identifikation. Die Stadtverwaltung hatte erkannt, dass sie hier neue Wege gehen wollte, um Kommunikation als verbindendes Element zu gestalten – und genau hier setzte die Zusammenarbeit mit dem Labor der kreativen Köpfe an.

Die Fragestellung

1. Welche inhaltlichen Impulse können wir für die Öffentlichkeitsarbeit zum jetzigen Zeitpunkt im Projekt Stadtbahn entwickeln?

2. Welche Narrative verbinden die Vision einer zukunftsfähigen Stadtbahn mit den konkreten Bedürfnissen und Emotionen der Bürgerschaft?

Die Ideenfindung

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stand ein eintägiger, intensiver Workshop, an dem Vertretende aus der Stadtverwaltung (Öffentlichkeitsarbeit, Stadtplanung, Stadtbahnneubau) sowie der das Stadtwerk.Regensburg teilnahmen. Ergänzt wurde das Team durch erfahrene Kommunikations- und Designexperten und -expertinnen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Gemeinsam wurden zunächst die Ergebnisse aus den Interviews mit Mitarbeitenden und externen Stakeholdern präsentiert, um zentrale Kommunikationshürden und Erwartungshaltungen zu vermitteln. Anschließend begann die kreative Arbeit: Entwicklung einer Stakeholdermap, Perspektivwechsel in Form von Personas, Umdenken und Testimonials verfassen. Das Labor schuf einen Raum, in dem Fragen erlaubt waren, Routinen und Hierarchien aufgebrochen und Ideen ausprobiert werden konnten.

Aus dem Prozess entstanden drei Prototypen, die konkrete Lösungsansätze boten – von neuen Dialogformaten über visuelle Erzählformen bis hin zu zielgruppenspezifischen Kommunikationsideen. Ergänzt wurde dies durch ein übergreifendes Narrativ, das die Vision der Stadtbahn emotional greifbar machte. Einer der Prototypen wurde später durch das Verwaltungsteam umgesetzt und erlebte reale Anwendung in der Öffentlichkeitsarbeit.

Das vielleicht wichtigste Ergebnis aber war die Veränderung im Inneren: Die Beteiligten aus Verwaltung und Stadtwerk entwickelten ein neues Selbstverständnis für Kommunikation – mutiger, vernetzter, offener. Das gemeinsame Arbeiten mit den Kreativschaffenden hatte ein Feuer entfacht, das über den Workshop hinaus Wirkung zeigte. Auch wenn der Bürgerentscheid am Ende knapp gegen die Fortführung der Planungen ausfiel, blieb die Erfahrung, dass kreative Zusammenarbeit Strukturen bewegt, Menschen motiviert und Veränderung spürbar machen kann.

IMPRESSIONEN

Kreative Köpfe


Um neue Impulse zu ermöglichen, setzten wir auf ein kleines, gezielt ausgewähltes Team voller Energie: zwei Menschen mit Kommunikationsexpertise aus München und einen Kreativschaffenden aus Regensburg. So verbanden wir den unbefangenen Blick von außen mit lokaler Kenntnis und Sensibilität für die Stimmung vor Ort. Da das Projekt in einer besonders intensiven öffentlichen Phase stand, entschieden wir uns für eine direkte Beauftragung, um rasch und vertrauensvoll in die Arbeit zu starten.

 

WIR FREUEN UNS AUF DICH!

Langfristig ist es unser Ziel, Kreativschaffende mit ihrer Dienstleistung in der Ideenfindung des Projektmanagements der Stadtverwaltung zu integrieren.

Falls Du Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft bist und Deinen kreativen Kopf für die Entwicklung Regensburgs zur Verfügung stellen willst, dann klicke auf “JETZT BEWERBEN”. Beantworte uns ein paar Fragen und schon bist Du als möglicher Auftragnehmer bei uns vermerkt. Sobald der nächste Anwendungsfall ansteht, kontaktieren wir alle kreativen Köpfe und bitten um eine Bewerbung.

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